Ursprung der Hochzeit

Ursprung der Bezeichnung „Hochzeit“

Begrifflichkeiten aus der Geschichte

Die Hochzeit gilt bis heute als eine ganz besondere Verbindung, die sowohl im Zwischenmenschlichen wie auch im offiziellen Bezug eine wichtige Position einnimmt. Doch Begriffe wie „Hochzeit“ und „Ehe“ werfen Fragen zu ihrem Ursprung auf, die mit einem Blick auf die Geschichte nicht nur sinnhaft erklärt werden, sondern auch die Bedeutung dieses besonderen Tages unterstreichen.

Viele Begriffe für die Verbindung zwischen Mann und Frau

ursprung der hochzeit

Der Ursprung der Hochzeit unter dem Einfluss der mittelalterlichen Kirche.

Wie so viele Bezeichnungen unserer täglichen Sprache haben auch die Begriffe „Hochzeit“ und „Ehe“ eine lange Entwicklungszeit inne. Der Begriff „Heirat“ stammt ursprünglich von dem germanischen „hiwa“ ab, der als Bezeichnung einer Hausgemeinschaft oder dem Hausstand verwendet wurde. Das mittelhochdeutsche Wort „ewe“ bzw. „ewa“ für „Gesetz“ gilt als Ursprung des Wortes „Ehe“ und gibt bereits einen Hinweis auf die rechtmäßige Verbindung im Rahmen des Gesellschaftsgefüges.

Das große Fest hingegen wird als „Hochzeit“ bezeichnet, der Vorgang der Verbindung als „Trauung“. Viele Quellen gehen heute davon aus, dass die „Trauung“ mit dem Versprechen zur „Treue“ in Verbindung steht, während die „Hochzeit“ im Mittelalter die „hohe Zeit“ der kirchlichen
Feste bezeichnetet, zu denen man die wichtigen Jahreskreisfeste Allerheiligen, Pfingsten, Weihnachten und Ostern zählte. Die Heirat, die als für den Menschen einmalige, individuelle und persönliche „hohe Zeit“ in der Kirche vor dem Herrn geschlossen wurde, erhielt somit ebenfalls die Bezeichnung der „hohen Zeit“. Die Hochzeit wurde (und wird) seit dem 13. Jahrhundert im katholischen Glauben zu den wichtigen Sakramenten gezählt und als „Hochzeitslithurgie“ gefeiert.

Wandel der Ehe durch wachsenden Einfluss der Kirche

Im Laufe der Geschichte gab es viele Eheformen, die maßgeblich durch den Stand der zukünftigen Eheleute in der Ständegesellschaft geprägt wurden. Das Heiraten wurde beispielsweise in Adelsfamilien vornehmlich als politisches Mittel genutzt, um Bündnisse zu schließen, während Ehen zwischen Menschen unterschiedlicher Stände zumeist missbilligt und oft für den Rangniederen mit weniger Rechten einhergingen (z.B. die sogenannte „Kebsehe“, die zwischen einem freien Bürger und einer Dienerin geschlossen wurde).

Durch den wachsenden Einfluss der mittelalterlichen Kirche und der Einführung der Trauung als heiliges Sakrament, nahm die Bedeutung der meisten Eheformen ab, während die bis heute übliche Ehe zwischen zwei unabhängig vom Stand gleichwertigen Menschen in den Vordergrund trat. Ehebruch wurde als schwere Sünde betrachtet, das Zusammenleben ohne Trauschein lange Zeit bestraft. Erst im Zuge der Reformation wurde die Trauung mit staatlichen Hintergründen in Verbindung gebracht, weshalb heute die standesamtliche Hochzeit vor der Gesetzgebung einen wichtigeren Stellenwert einnimmt als die kirchliche Trauung.
Die Hochzeit – die hohe Zeit der Verbindungsgründung

Mit der Hochzeit gehen zwei Menschen bis heute den freiwilligen Bund für die gemeinsame Zukunft ein. Die „hohe Zeit“ kann entsprechend als die „gewichtige“ Zeit des Entschlusses und dessen Umsetzung verbunden werden. Und wenngleich der Einfluss der Kirche auf das Alltagsleben der Ehe im Laufe der Geschichte deutlich geringer geworden ist, gehört die Schließung der Ehe vor Gott im Zuge der kirchlichen Trauung als Ergänzung zur standesamtlichen Hochzeit für viele Paare nicht nur in traditioneller Hinsicht dazu. Die Hoch-Zeit in der Kirche wird als spirituelles Verbinden zweier Menschen gesehen, die ihr Zusammengehörigkeitsgefühl auch im Glauben verbunden wissen möchten.